Counselor für Kunst- und Gestaltungstherapie & Kreativpädagogik

Ausbildungsverlauf

Das Counselor Basis Training bildet die gemeinsame Grundstufe der dreijährigen Ausbildung zum Counselor mit der Fachrichtung Kunst- & Gestaltungstherapie/artCounseling und Kreativpädagogik.

Das erste Ausbildungsjahr dient der Entwicklung therapeutischer, beraterischer und kreativpädagogischer Schlüsselqualifikationen. Es legt das Fundament für die weiterführende Spezialisierung in Kunst- & Gestaltungstherapie/artCounseling sowie für die pädagogisch-didaktische Arbeit Kreativpädagogik mit kreativen Prozessen in Bildungs- und Entwicklungszusammenhängen.

Trainingsinhalte

  • Berufsspezifische Selbsterfahrung
  • Biografisches Lernen & Ressourcenarbeit
  • Lösungsorientiertes Denken und Handeln
  • Entwicklungspsychologische Grundlagen
  • Einführung in Kunst- & Gestaltungstherapie/artCounseling und Kreativpädagogik
  • Kreative Lern- und Gestaltungsprozesse in Einzel- und Gruppensettings
  • Fachliteratur und theoretische Grundlagen

Abschluss: Assistant Counselor Zertifizierung
 

Entwicklungspsychologische und lernpädagogische Ausrichtung

Das erste Jahr der Counselor-Ausbildung ist auf entwicklungspsychologischer Grundlage nach Pamela Levin konzipiert. Es führt über emotionales, kreatives und rationales Lernen schrittweise und methodisch vielfältig durch die sieben prägenden Entwicklungsstufen des Menschen.

Innerhalb des Counselor Basis Trainings entsteht so eine erneute, gruppen- und individuationbezogene Sozialisation im geschützten Rahmen der Ausbildungsgruppe. Dieser Prozess bildet sowohl für pädagogisch-therapeutische als auch für kreativpädagogische Arbeitsfelder eine zentrale Grundlage professionellen Handelns.


Professionelle Identitätsentwicklung

Im ersten Ausbildungsjahr wird die eigene künstlerisch-pädagogisch-therapeutische und kreativpädagogische Identität bewusst thematisiert und strukturiert. Die Teilnehmenden reflektieren ihre Rolle im Spannungsfeld von Pädagogik, Counseling und Therapie und entwickeln ein professionelles Selbstverständnis für unterschiedliche Anwendungsfelder.

Die begleitenden Lehrkonsultationen zum Thema Biografie dienen vorrangig der Bearbeitung persönlicher Hemmnisse, der Schulung lösungsorientiert-systemischen Denkens sowie der Vorbereitung auf die eigene Counseling-Tätigkeit in Form von Einzelstunden.

Durch didaktisch angeleitete Reflexion des eigenen Entwicklungsprozesses werden sowohl therapeutische als auch kreativpädagogische Kompetenzen gestärkt.

Zusätzlich suchen sich die Teilnehmer*innen aus dem Programm des IHP eine Wahlwoche aus mit einem für sie besonders interessanten Thema: www.ihp.de/fachseminare-wahlwochen

 

Zweites und drittes Ausbildungsjahr

Struktur und Zielsetzung

Das zweite und dritte Ausbildungsjahr dienen der fachlichen Vertiefung, Profilbildung und Professionalisierung in den Arbeitsfeldern Kunst- & Gestaltungstherapie/artCounseling oder in der Kreativpädagogik. Aufbauend auf dem gemeinsamen Basisjahr werden pädagogisch-therapeutische, beratende und kreativpädagogische Kompetenzen differenziert weiterentwickelt und praxisbezogen integriert.

Die Ausbildung ist in zwei aufeinander bezogene Strukturelemente gegliedert:

FachModule je nach gewählter Fachrichtung (KGT oder KP)
Intensives Training des kunst- und gestaltungstherapeutischen oder des kreativpädagogischen Methodenspektrums in Verbindung mit methodenspezifischer Theorie, Didaktik und Literaturarbeit.

Counselor Training
Integration der erlernten Methoden in konkrete Praxisfelder, systemtheoretische und beratungspädagogische Begründung des eigenen Arbeitsstils sowie Entwicklung eines tragfähigen professionellen Selbstverständnisses in pädagogisch-therapeutischen und pädagogischen Kontexten.

Hauptinhalte des zweiten und dritten Ausbildungsjahres

  • Intervision: Üben und Vertiefen des kunst-, gestaltungstherapeutischen und kreativpädagogischen Handwerkszeugs in der Kerngruppe
  • Selbsterfahrung und Theorie: fachspezifisch und fachübergreifend (Psychopathologie, Salutogenese, Bildungs- und Entwicklungsprozesse)
  • Literaturarbeit, Seminarprotokolle, Wahlwochen und Praktikum
  • Supervidierte Anwendung des Methodenrepertoires in therapeutischen, beratenden und kreativpädagogischen Praxisfeldern
  • LehrCounseling (FeldSupervision) in Form von Einzelstunden
  • Abschluss und Zertifizierung als Counselor mit Fachrichtung Kunst- & Gestaltungstherapie/artCounseling oder kreativpädagogischem Schwerpunkt

 

Praktikum / Eigene Beratungspraxis

Im zweiten und dritten Ausbildungsjahr wird dem Aufbau und der Ausweitung eigener beruflicher Tätigkeiten zunehmend Raum gegeben. Innerhalb der LehrCounseling FeldSupervision bildet die Entwicklung eigener kunst- und gestaltungstherapeutischer sowie kreativpädagogischer Praxisformate einen zentralen Schwerpunkt.

Zusätzlich dient Peergruppenarbeit zur kollegialen Supervision und vertieft das in den Seminaren Erfahrene durch Austausch und Ausprobieren.

In Hausarbeiten / Selbststudium findet eine intensive Beschäftigung mit Fachliteratur, das Anlegen eines CounselingTagebuches und abwechselndes Führen von Seminarprotokollen statt.

Auch in diesem Block dienen zwei Wahlwochen aus dem Programm des IHP den Teilnehmer*innen zur intensiven Erfahrung mit individuell gewählten Themen www.ihp.de/fachseminare-wahlwochen

In einem dreitägigen Abschluss-Seminar geht es um die Zusammenführung des in der Ausbildung Erfahrenen in Beziehung zu der weiterführenden beruflichen Umsetzung.

Sind alle Elemente der Ausbildung erfolgreich absolviert und nachgewiesen, erfolgt die Zertifizierung zum 

Counselor IHP für Kunst- & Gestaltungstherapie/artCounseling 
oder
Counselor IHP für Kreativpädagogik

 

Graduierung

Nach dem erfolgreichen Abschluss der drei Ausbildungsjahre ist der Einstieg in die Graduierungsphase möglich. 
Kernpunkt des Graduierungsprozesses ist die Reflexion und Darstellung der qualifizierten Anwendung einer Beratungsmethode in Form einer veröffentlichungsreifen Graduierungsarbeit. Der Graduierungsprozess dauert in der Regel ein bis eineinhalb Jahre.

  • Teilnahme an einer selbstorganisierten kollegialen Supervisionsgruppe / Peergruppe 
  • Teilnahme an mindestens vier aufeinanderfolgenden Beratungstreffen zur Begleitung der Graduierungsarbeit 
  • zusätzliche Einzelstunden nach Bedarf
  • schriftliche Graduierungsarbeit 
  • Abschlusskolloquium 

Die Graduierung zum Counselor erfordert von den Absolvent*innen hohes persönliches und professionelles Engagement. Sie schafft einen Rahmen, in dem eine umfassende pädagogisch-ethische Kompetenz erworben wird. Im Abschlusskolloquium wird die wissenschaftliche Graduierungs-Arbeit vorgestellt und die Graduierenden erhalten eine Abschluss-Urkunde zum Counselor grad. BVPPT für Kunst- und Gestaltungstherapie/artCounseling oder Kreativpädagogik. Mit der Graduierungsurkunde verbunden ist die ordentliche Mitgliedschaft im Berufsverband für Pädagogik, Beratung & Psychotherapie BVPPT.

 


Counseling ist wie ein Hügel, von dem aus wir besser sehen können, welche Wege vor uns liegen.

Klaus Lumma